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Junge Virtuosen in der Tertianum Residenz Berlin

Anfang September war die Jugend-Kammermusik Berlin Brandenburg zu Gast im Atrium der Tertianum Residenz Berlin. Auf dem Programm standen neun Werke aus vier Jahrhunderten, gespielt in wechselnden Besetzungen vom Duo bis zum Sextett. Geleitet wird das Ensemble von Mika Yonezawa, stellvertretende Konzertmeisterin an der Komischen Oper Berlin. Sie hat „JukaBB“ 2015 gegründet und bringt seither jedes Jahr junge Musikerinnen und Musiker aus Berlin, Brandenburg und dem Ausland zu intensiven Kammermusikworkshops zusammen.

Ein Programm, das sich etwas traut

Eröffnet wurde klassisch, mit dem Allegro aus Mozarts Divertimento B-Dur KV Anh. 229 für Violine, Viola und Violoncello. Danach verließ das Programm die bekannteren Pfade. So folgte auf das Intermezzo aus Ernst von Dohnányis Sextett C-Dur op. 37 Beethovens Duo für Oboe und Fagott, eine Besetzung, die man auf Programmzetteln eher selten findet.

Ein besonderer Moment war „Haru no umi“ von Miyagi Michio, 1929 für Koto und Shakuhachi geschrieben und in Japan bis heute die Musik, mit der das neue Jahr eingeleitet wird. Mika Yonezawa hat das Stück für zwei Streicher eingerichtet. Mit Carlo Gesualdos Madrigal „Moro, lasso, al mio duolo“ stand außerdem ein Werk von 1611 auf dem Programm, dessen besondere Harmonik auch nach vier Jahrhunderten noch fasziniert, hier gespielt von fünf Streichern.

Dazu kamen Heinrich Joseph Baermann Klarinettenquintett Nr. 1 Es-Dur, das Phantasy Quintet von Ralph Vaughan Williams und Peter Ludwigs „Café Banlieue“, das man eher in einem Salon vermuten würde als in einem Konzertsaal. Am Ende dann Haydn: der Kopfsatz des „Quintenquartetts“ op. 76 Nr. 2, benannt nach dem Intervall, mit dem die erste Violine beginnt.

Ein Publikum, das genau zuhört

Für junge Musikerinnen und Musiker ist das Atrium eine denkbar gute Bühne. Der Raum punktet mit einer ganz eigenen Akustik und im Publikum sitzen Menschen, die oft seit Jahrzehnten in Konzerte gehen und ein entsprechendes Gespür für Darbietungen aufweisen. Das hörte man an der Konzentration während des Spiels und merkte man an den Gesprächen danach, in denen es um Tempi ging, um Klangbalance und um die Frage, wer von den jungen Leuten wohl in ein paar Jahren wo spielen wird.

Kultur gehört hier zum Haus

Rund hundert Veranstaltungen im Jahr, ein öffentlich zugängliches Kulturprogramm und Partner wie das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, die Berlinische Galerie und der Richard-Wagner-Verband: Kultur gehört in der Berliner Residenz zum Alltag. 2016 wurde das Haus dafür mit dem Premium Residenzen Award für das beste Kulturprogramm ausgezeichnet.

Wir danken Mika Yonezawa und den Musikerinnen und Musikern der JukaBB herzlich für diesen Nachmittag und freuen uns bereits sehr auf das nächste Konzert.