25 Jahre Tertianum Premium Residences: Feiern Sie mit uns!

Sabine Heyden-Straub zu Gast in der Tertianum Residenz Berlin

Sabine Heyden-Straub ist als Physiotherapeutin und Sporttherapeutin tätig. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in einer Suchtrehaklinik beschäftigt sie sich besonders mit den Themen aktivem Älterwerden, Gesundheit und Lebensqualität. Bekannt wurde sie unter anderem durch ihre Teilnahme an der Wahl zur „Miss Germany 50 Plus“ und als „Best-Ager-Model“, wo sie für ein positives Altersbild und mehr Selbstbewusstsein bei Frauen über 50 eintritt. Neben ihrer therapeutischen Arbeit engagiert sie sich in der Seniorenassistenz und setzt sich dafür ein, dass ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt und aktiv leben können. Wir lernten Frau Heyden-Straub ursprünglich durch ihre Teilnahme am Tertianum Circle-Treffen im Jahr 2022 kennen. Die Berliner Residenz weckte große Neugierde bei ihr – sodass sie kurzerhand unserer Einladung folgte und mit ihrem Mann ein Wochenende in unserer Gästesuite verbrachte. Wir sprachen mit Frau Heyden-Straub über die Arbeit von Seniorenassistenten, ihre Erfahrungen als Influencerin und ihre Eindrücke von der Tertianum Premium Residenz Berlin.

Sehr geehrte Frau Heyden-Straub, möchten Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen und etwas über Ihren Werdegang erzählen?

Ich bin von Beruf Sportphysiotherapeutin und nebenbei als zertifizierte Seniorenassistentin selbstständig. Das Arbeiten mit alten Menschen hat mich eigentlich schon seit meinem freiwilligen sozialen Jahr nach dem Abitur begleitet; ich habe es nie so ganz losgelassen.

Durch die eigene Erfahrung, dass meine Mutter Stück für Stück schwer dement wurde, bin ich in ein Loch gefallen. Ich wusste gar nicht richtig, wie es mit ihr weitergehen kann, auch weil ich örtlich nicht in der Nähe war. Ich habe dann immer geschaut, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt. Meine Mutter war nie jemand, die sich hätte vorstellen können, in ein Heim zu gehen – jedenfalls nicht mehr in der Zeit, als sie die Diagnose bereits hatte.

Wie müssen wir uns den Alltag einer Seniorenassistentin vorstellen?

Als Seniorenassistentin kann ich mit der Pflegekasse abrechnen, wenn die Menschen eine Pflegestufe haben. Das ist wichtig zu wissen: Ich kann über die Verhinderungspflege, die Kurzzeitpflege und den Entlastungsbetrag abrechnen. Wenn die Leute Pflegestufe 2 haben und Pflegegeld beziehen, können sie auch das einsetzen, sie können uns aber auch privat bezahlen.

Wir übernehmen fast alles im Vorfeld der eigentlichen Pflege: Zunächst Bedarfsanalyse und Erstkontakt, das heißt, wir schauen zuerst, wo der alte Mensch steht. Entweder rufen uns die Kinder an, die Ehepartner oder manchmal die Senioren selbst. Man findet uns im Verzeichnis für Seniorenassistenten. In einem Erstgespräch finden wir heraus, worum es geht und wo der Bedarf liegt. Manchmal helfen wir überhaupt erst dabei, eine Pflegestufe zu beantragen. Wir erklären den Prozess und begleiten die Betroffenen dabei. Überhaupt merke ich bei meiner Arbeit oft, dass das Gespräch die Grundlage jeglichen menschlichen Zusammenlebens ist, und selbst schon wie ein Lebenselixier auf viele Menschen wirken kann.

Ein wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist ferner Aktivierung und Biografiearbeit – wir arbeiten auf Augenhöhe. Durch Biografiearbeit schauen wir: Was haben die Menschen früher gerne gemacht? Wie bekommen wir sie wieder „ins Boot“, wenn sie nur noch in der Wohnung sitzen? Als Sportphysiotherapeutin versuche ich sie zudem zu mobilisieren.

Und zuletzt ist da die Alltagsbegleitung: Wir begleiten zu Ärzten, Behörden oder Einkäufen. Wir helfen beim Einrichten von WhatsApp, bei der Vorsorgevollmacht oder rufen Handwerker. Wir organisieren Ausflüge oder helfen dabei, eine Geburtstagsfeier auszurichten.

Wie haben diese Erfahrungen Sie geprägt?

Ich bin in diesen Gedankengang gekommen: Was machst du eigentlich selbst mal, wenn du alt bist? Was kannst du dir für die Zukunft vorstellen? Ich habe mich dann viel mit Nina Goldhammer, der Schirmherrin der Heyday-Aktion ausgetauscht und darüber nachgedacht, welche Wohnformen man selbst ins Leben rufen könnte.

Wir haben dabei die tolle Option bekommen, die Gästesuite der Tertianum Residenz Berlin sozusagen kurzzeitig zu beziehen, um zu sehen, wie die Menschen dort leben und was Tertianum zu bieten hat – und da habe ich mir gedacht: „Das würde ich wirklich gerne mal ausprobieren.“

Wie haben Sie Tertianum Berlin denn wahrgenommen?

Ich fand es großartig, mein Mann und ich waren beide begeistert. Wir haben uns auch mit der ein oder anderen Person dort unterhalten; das war von vorne bis hinten spitzenmäßig, wirklich spitzenmäßig.

Die Wohnung, die wir bewohnen durften, war so schön, dass man sich sofort wohlgefühlt hat. Sie ist zwar nicht riesengroß, aber da man in Berlin direkt vor der Tür mitten im Leben steht, ist diese Fläche vollkommen ausreichend. Es war alles da, was man sich nur vorstellen kann.

Man konnte sich zurückziehen, aber man hatte allen Luxus komprimiert. Das Essen war toll, die Ansprache an der Rezeption war toll und die Gespräche mit den älteren Herrschaften waren wunderbar. Ich fand es natürlich auch spannend, als wir beide in den Fahrstuhl gestiegen sind und zwei andere Bewohner fragten: „Sie sind noch nicht hier?“ „Nein, noch nicht, aber wir dürfen uns das heute anschauen.“

Wie lassen sich mehr Augenhöhe und Wertschätzung auch in anderen Einrichtungen umsetzen?

Wenn man das eingangs Gesagte weiterspinnt, muss es für die breite Bevölkerung – also für die, die sich High-End nicht leisten können – in Zukunft ebenfalls Möglichkeiten geben. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, sollten eine Bleibe im Alter finden, die für sie finanzierbar ist.

Es kann natürlich nicht in derselben Form stattfinden wie in einer Tertianum Premium Residenz, aber man muss andere Einrichtungen anders bespielen, damit Dinge dort auf Augenhöhe und wertschätzend passieren. Als Seniorenassistentin erlebe ich oft andere Geschichten, wenn Menschen ihr Zuhause verlassen müssen und in ein Heim kommen. Das lässt sich mit dem, was ich bei Ihnen erleben durfte, überhaupt nicht vergleichen.

Sabine Heyden-Straub auf Instagram

 

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Auf ihrem Instagram-Kanal „s_b_i_n“ berichtet Sabine Heyden-Straub seit 2017 zum einen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen in den Bereichen Reisen, Lifestyle und Life beyond age, zum anderen zu ihrer Arbeit als Best Ager Model und Seniorenassistentin.

Würden Sie sich selbst als „Influencerin“ im Best-Ager-Bereich sehen oder wie gehen Sie Ihre Social-Media-Arbeit an?

Ja, aber halbherzig. Und zwar aus dem Grund, weil mir vieles dort echt auf den Keks geht, um es mal so zu sagen. Diese ganzen Filter, die diese Frauen nutzen, und dieses tägliche Erscheinen mit irgendeinem neuen Pullover – das bin ich nicht. Dafür bin ich dann doch wieder mehr in diesem anderen Geschehen verwurzelt, worüber wir gerade sprechen. Natürlich habe ich mal das eine oder andere für die Tina oder andere Zeitschriften gemacht, und das bereitet mir auch viel Freude. Das Schöne in meinem Leben ist – oder das, was mich ausmacht –, dass ich das Bunte mag. Ich brenne gerne für mehrere Sachen gleichzeitig. Dieses Best-Ager-Modelling macht mir zwar viel Spaß, aber es ist auch ein hartes Geschäft. Ich könnte mich nicht in Gänze damit identifizieren.

Wie hat sich die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden und dem längeren Leben heute verändert im Vergleich zu der Zeit, als Sie mit der Seniorenassistenz anfingen?

Gut, dazu muss man sagen, dass meine Eltern zur Nachkriegsgeneration gehören. Ich habe in meiner Kindheit noch einen viel größeren Zusammenhalt erlebt. In meinen jungen Jahren fing es dann vielleicht schon an, dass wir als Kinder weggezogen sind – zum Beispiel nach Hamburg – und dem „äußeren Umfeld“ entflohen sind, weil es cool war.

Dieser Trend hat sich natürlich massiv verstärkt. Zum einen durch die räumliche Distanz – mein Sohn studiert zum Beispiel in Innsbruck; meine Tochter lebt mit ihrem zukünftigen Mann ebenfalls nicht bei uns. Daneben bemerken wir aber auch einen deutlichen Wandel in der Gesellschaft: Früher gab es viel mehr Gemeinschaft; die Oma hat oft mit im Haus gelebt. Sie hat Kartoffeln geschält und dann auch mal auf die Kinder aufgepasst. Das gibt es so heute kaum noch.

Dazu kommt, dass wir alle deutlich älter werden. Das sind zwei schwierige Umstände, durch die die Versorgung alter und hilfsbedürftiger Menschen nicht mehr so leicht zu gewährleisten ist. Insofern ist es wichtig, dass es entweder Einrichtungen gibt oder Menschen wie mich, die versuchen, diese alten Menschen auf Augenhöhe zu begleiten, damit sie weiterhin eine soziale Teilhabe haben.

Man benötigt die Sozialstationen, die dann eben hinausfahren, um die Leute zu waschen oder ihnen die Tabletten hinzustellen. Von all diesen Diensten gibt es einfach nicht genug, und bezahlbar ist das oft auch nicht. Das erlebe ich als etwas Schlimmes, und ich weiß nicht so recht, wie das künftig weitergehen soll.

Würden Sie sagen, dass man mit dem Thema Demenz heute offener umgeht?

Sie haben recht, dass man heute mehr über die Demenz weiß und sie nicht mehr so stigmatisiert – man geht offener damit um. Dadurch, dass wir alle älter werden, haben wir aber auch viel mehr demenzielle Erkrankungen. Früher sind die Menschen vielleicht mit 70 verstorben; heute werden sie 80 oder 85 Jahre alt. Auch wenn es nicht mehr so stigmatisiert ist, bleibt es für alle Beteiligten schwierig, damit umzugehen.

Ich habe es selbst erlebt: Wenn man 150 Kilometer von der Mutter entfernt lebt und sie nicht mehr richtig wahrhaben will, dass sie dement ist, wird es extrem schwierig, das zu leisten. Wenn die Politik und wir als Gesellschaft da keinen Weg finden, sehe ich die künftige Entwicklung sehr kritisch.

Es ist natürlich großartig, wenn man sich als älterer Mensch frühzeitig entscheiden kann. Wenn man erkennt, dass es zu Hause zu viel wird und die Kinder womöglich 1000 Kilometer entfernt wohnen und man reagieren muss. Wer über das entsprechende Budget verfügt – für den ist dieser Schritt leichter. Man kann sagen: „Ich gebe mein Haus weg und genieße in einer Residenz den Rest meines Lebens.“ Da hat man High-End-Versorgung unter einem Dach. Das ist toll.

Last but not least: Für welche neue Idee oder neuen Trend begeistern Sie sich?

Ich fände es toll, eine App zu entwickeln – ähnlich wie Dating-Plattformen –, auf der sich ältere Menschen „zusammenmatchen“ können. Das Ziel wäre, passende Partner für neue Wohnformen zu finden. Man könnte angeben: „Ich bin 70 plus, das habe ich beruflich gemacht“, um Leute für gemeinsame Wohnprojekte zusammenzubringen.

Frau Heyden-Straub, vielen Dank für das Gespräch!

 

 

 

Möchten Sie mehr über die Arbeit von Sabine Heyden-Straub und anderer Seniorenassistenten erfahren?

Dann empfehlen wir einen Besuch auf der Webseite www.die-senioren-assistenten.de Frau Heyden-Straub betreut den Kreis Plön in Schleswig-Holstein – mehr Informationen zum Angebot und zur zeitlichen Verfügbarkeit von Frau Heyden-Straub finden Sie auf dieser Seite.